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Kunst
Geschichte des Gnadenbildes Mariahilf in München - Au PDF Drucken E-Mail
Das Gnadenbild von Mariahilf in der Au, die etwa 80 cm hohe Figur schuf um 1450 in der Provence ein unbekannter französischer Künstler. Das feine Gesicht der Madonna, ihre Hände und der Körper des Kindes sind aus Elfenbein gestaltet, der Körper dagegen aus einer gipsartigen Substanz, in die Reliquien eingeschlossen sein sollen.
Als Auswirkung der Reformation erfasste um 1600 der Bildersturm auch Frankreich. Das Gnadenbild fand Schutz in einem Pariser Kloster, dessen Abt es 1629 dem am Münchner Hof erzogenen Lothringer Sebastian Rothon schenkte, als dieser anlässlich einer Wallfahrt nach Paris dort wohnte. In München – so die Annahme des Abtes – würde das Gnadenbild größere Verehrung genießen.
Nach seiner Rückkehr übergab Rothon die Marienstatue den Paulanermönchen in der Au. Seinen Plan, der Muttergottes ein eigenes Kirchlein zu widmen, konnte er wegen des 30-jährigen Krieges erst 1632 – 1639 umsetzen. Seit dieser Zeit verehren hier die Menschen das Gnadenbild „Maria-Hilf“, das der Kirche und der Pfarrei den Namen gab.
Um 1800, als die Aufklärung auch Bayern erfasste, musste die Gnadenmutter von der Au ihren Ehrenplatz auf dem Hochaltar verlassen und auf einen Seitenaltar wechseln. Im Laufe der Zeit erwies sich „Mariahilf“ für die Gemeinde als zu klein.      Joseph Daniel Ohlmüller erbaute von 1831 – 1839 die heutige Mariahilfkirche. Dies geschah auf Wunsch König Ludwig I. und mit seiner finanziellen Unterstützung. Erst auf Drängen der Pfarrkinder ließ Pfarrer Rabl 1840 das Gnadenbild aus der alten Mariahilfkirche in die neue überführen und am rechten Seitenaltar aufstellen.
Da die Marienstatue im Laufe der Jahrhunderte sehr unansehnlich geworden war, ordnete man 1845 ihre Restaurierung an. Sie misslang allerdings derart, dass niemand mehr Gefallen an der Statue fand - man hatte die gesamte Figur mit Ölfarbe angestrichen. 1861 entfernte man das Kunstwerk aus der Kirche und überließ es einer angesehenen Auer Bürgerfamilie. Diese sorgte auf eigene Kosten dafür, dass die Figur fachgerecht restauriert und die Ölfarbe abgetragen wurde. Eine neue Krone und ein neuer Umhang, gestiftet von einer Prinzessin, zierten die in wunderbarer Schönheit erstandene Marienfigur. Die Auer Bevölkerung erfuhr davon und drängte immer häufiger ihren Pfarrer dazu, das Gnadenbild wieder in der Kirche verehren zu dürfen.
Von 1862 bis zur Zerstörung der Mariahilfkirche im Zweiten Weltkrieg stand das Gnadenbild auf dem rechten Seitenaltar. Die Bombennächte verbrachte es in der unter der Kirche befindlichen Sakristei und im Adelgundenheim. Anschließend wanderte es in der Pfarrgemeinde von einer Notunterkunft zur anderen, bis es 1953 beim Wiederaufbau einen eigenen Raum erhielt. Ihr heutiges Aussehen verdankt die Kapelle Stadtpfarrer Joseph Zierl, der sie im Rahmen eines Umbaus  1980 mit wertvollen Barockelementen ausstatten ließ, die z. T. aus der alten Mariahilfkirche stammen. Ein kunstvoll geschmiedetes Eisengitter – das Meisterstück Benedikt Brumbauers aus dem Jahre 1977 - sichert die Muttergottes vor Diebstahl, hindert die Gläubigen aber nicht daran, sie auch tagsüber aufzusuchen und bei ihr zu beten, denn die Gnadenmutter von der Au ist allezeit  für alle Menschen da. Es mögen recht viele vor diesem Gnadenbild Trost im Leiden, inneren Frieden, Stärkung im Guten, Rettung aus Gefahren und Hilfe in den zahlreichen Nöten des Erdenlebens finden und Gott preisen, der wunderbar ist in seinen Werken.

Gnadenmutter von der Au, Deinem Schutz ich stets vertrau!